Alte Weidfeld-Buchen, bizarre Schönheiten und Baumgestalten! – und der „Balzer Herrgott“

Weidbuchen im Schwarzwald – bizarre Baumgiganten und Charakterbäume Weidbuche Axel Mayer(http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/weidbuchen.html, Axel Mayer)

Zu den schönsten und beeindruckendsten, landschaftsprägenden Baumgestalten zählen die Weidbuchen. Die großen, mächtigen und kraftvoll wirkenden Bäume sind ein Überbleibsel der alten Weidfelder in den Hochlagen des Südschwarzwaldes und auf der Schwäbischen Alb, die einer offenen Parklandschaft gleich oft noch beweidet werden, wie z.B. am Schauinsland. Dort trifft man u.a. das robuste Hinterwälder Rind.

Durch den steten Verbiss des Viehs bedingt, sind die einzigartigen Wuchsformen dieser Buchen entstanden.

Was ist der “Kuhbusch”?

Die Weidbuchen beeindrucken in jedem Alter: als “Kuhbusch”, als aufstrebender Jungbaum, als beeindruckender, mächtiger Baum oder als zusammenbrechender Greis.

Die Rinder fressen in den mageren Hochlagen neben Gras und Kräutern auch gerne die Blätter und Triebe junger Buchen. Trotz jahrzehntelangem Verbiss trieben einige der kleinen Buchenbüsche jedes Jahr erneut aus. So wurde aus den kleinen jungen Pflanzen langsam ein „Kuhbusch“. Ein kleines, unscheinbares Büschlein kann bis 50, vereinzelt auch über 100 Jahre alt sein.

Nach vielen Jahrzehnten reicht das Kuhmaul nicht mehr in die Mitte des Kuhbusches und die mittleren Triebe wachsen schnell in die Höhe. Die kleinen Stämme wachsen eng aneinander und manchmal sogar zu einem dicken Stamm zusammen. So wird aus dem “badischen Bonsai” nach Jahrzehnten ein Baum und nach über hundert Jahren eine beeindruckende, landschaftsprägende Baumgestalt, die auch von guten und schlechten Zeiten auf dem Wald und von der Geschichte des Schwarzwaldes erzählt. Manche Weidbuchen im Schwarzwald haben einen Umfang von bis zu sieben Metern. Irgendwann, nach 200 Jahren, brechen die Weidbuchen zusammen und aus vermoderndem Holz wächst neues Leben. (http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/weidbuchen.html)

In Würde altern!

Das vermitteln uns die Weidbuchen symbolisch. Die mächtigen, dem Wind in den Hochlagen trotzenden Baumriesen stellen einen Ruhepol in der hektischen Alltagswelt dar, die uns allerorts umgibt. Sie sind Kraftorte, an denen wir zur Ruhe kommen können, wennwir es möchten.Weidbuchen am Schauinsland

Weidbuchen am Schauinsland

Es laufen Bemühungen, die Bäume zu schützen und auch zu verjüngen, auch diese skurrilen Baumgestalten auch künftigen Generationen zu erhalten. Es werden auch gezielte Wanderungen und Wandervorschläge angeboten (www.naturpark-suedschwarzwald.de)

Das Baumwunder – der „Balzer Herrgott“!

Balzer HerrgottEiner der berühmtesten Bäume ist der “Balzer Herrgott” oder „Winkelherrgott“ im Schwarzwald. Eine Christusfigur aus Sandstein wurde hier von einer Buche umwachsen. So ist der Baum bekannt und zu einem viel besuchten Pilgerort geworden. Er steht zwischen Wildgutach und Neukirch –Fallengrund.

Über die Herkunft des „Balzer Herrgotts“ gibt es unterschiedliche Geschichten, die sich zum Teil widersprechen.

Auch für den Namen werden verschiedene Erklärungen genannt. Am wahrscheinlichsten ist es, dass er auf den Namen eines Bauern zurückzuführen ist (Balzer = Balthasar).

Wie findet man den „Balzer Herrgott“? – Tipps für Wanderer

Zugang vom Hexenloch in Wildgutach unten: Über die Schwarzwaldhochstraße B500 kommend, biegt man kurz vor Neukirch in Richtung Hexenloch/Neukirch ab. Dann durch Neukirch hindurch und immer talabwärts in Richtung Hexenloch. Ungefähr 500 m nach dem Hexenloch sehen Sie auf der linken Seite den Behahof. Dort den Pkw abstellen und ca. 300 Höhenmeter am Behahof vorbei bergauf gehen.

Zugang von Fallengrund oben: Von Gütenbach oder Neueck ins Fallengrund fahren, vorbei am Oberfallengrundhof zum Waldparkplatz. Von hier zu Fuß nach Süden in Richtung Langengrund und nach 200 m beim Schild rechts ab ca 1,5 km durch den Wald.

Weidbuchen finden wir auch in heute geschlossenen Wäldern!

Weniger spektakulär sind die Weidbuchenreste, die schon länger nicht mehr beweidet werden. Der Unterschied zwischen jungen, strukturlosen Buchenwäldern und einem alten Weidbuchen-Wald, ist aber so auffällig, dass wir auch hier zum Verweilen eingeladen sind, um die besonderen Baumgestalten zu betrachten. Augenblicklich kehrt Ruhe ein und der Wanderer legt gerne eine Pause ein.

http://youtu.be/M_9KWQU03j0

Liebe Grüße

Alexandra Rudmann – leben, wie ich es mag!

 

Hauptquellen:
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/weidbuchen.html – Text und Fotos: Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer

http://www.mitwelt.org/weidbuchen-buchen.html

weiterführende Informationen zum „Balzer Herrgott“: http://www.baumwunder.de/informationen/balzer-herrgott.html

 

 

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