Die Schluchseemoore und das Schluchseestauwerk

Die Schluchseemoore aus einer vergangenen Zeit

Die Schluchseemoore zählten ehemals zu den schönsten Mooren, die es im Schwarzwald gegeben hat – so die Zeitzeugen, die die Moore noch selbst kannten.

Die Verlierer!

Zahlreiche seltene Arten, wie z.B. der fleischfressende Sonnentau, waren hier zu finden.

Der Sonnentau (Drosera rotundifolia)

Der Sonnentau (Drosera rotundifolia)

Durch die 63,5 m hohe Staumauer (errichtet zwischen 1929 und 1932) und den Aufstau des Schluchsees zur Stromerzeugung wurden die Gemüter sehr erhitzt. Ein immer währender Streit herrscht zwischen Ökonomie und Ökologie. Wie so oft in Naturschutzfragen. Damals waren die Informations- und Beteiligungsrechte für Bürger, Gruppen und Vereine noch nicht so geregelt wie heute. Der Naturschutz konnte den ökonomischen Interessen damals nichts entgegen setzen. Neben dem früher bereits im Süden vorhandenem See wurden Wälder, Gebäude und Straßen und Moore wie das großer Hochmoor “Federmoor” überstaut.

Vor dem endgültigen Einstau wurden noch umfangreiche Untersuchungen in den Mooren durchgeführt, so dass zumindest die Kenntnis darüber nicht verloren geht (u.a. Oberdorfer). Das Moor war auch damals nicht mehr ursprüngliche, es war bereits in Teilen entwässert und aufgeforstet worden. Dennoch ist es ein unwiederbringlicher Verlust

Des einen Leid, des anderen Freud!

Das Schluchseestauwerk und der Schluchsee ziehen jedes Jahr zahlreiche Besucher an, die sich sowohl für Technik als auch für die neu entstandene Natur interessieren. Uns Menschen bietet der See zahlreiche Möglichkeiten zur Erholungsnutzung. Baden, Bootfahren, Wandern und Radfahren auf ebenen Wegen, eine Einkehr im Unterkrummenhof und eine Fahrt mit dem Ausflugsschiff stehen ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Schluchsee ist zudem ein heilklimatischer Kurort, so dass sich viele Erholende von Krankheiten aller Art hier erholen können und sich mit Hilfe der Natur wieder stärken können. Die Heilung kann durch die Naturverbundenheit, die wir hier erleben können, stark gefördert werden.

Die Gewinner!

Biberspuren an Laubbäumen

Biberspuren an Laubbäumen

Zahlreiche Fischarten und Wasservögel leben heute in und an dem See.An den Ufern haben sich am Einlauf breite und schützenswerte Verlandungszonen entwickelt. In diesem Bereich hat sich sogar der Biber eingefunden (wenn auch wahrscheinlich mit menschlicher Hilfe).

 

Die dunkle braune Farbe des Wassers stammt von der bei der Zersetzung der natürlich vorhandenen Moore freiwerdender Huminsäure. Auch die Zuflüsse bringen z.T. moorhaltiges (huminsäurehaltiges) Wassers. Außerdem wurde der See im 2. Weltkrieg mit Torf bedeckt, um die Bauwerke gegen Bombenangriffe zu schützen. Der abgesunkene Torf verfärbt ebenfalls das Wasser.

Der Schluchsee liegt am Rande eines Hauptverbreitungsgebietes des Rotwildes. Besucher kommen gerne hierher zu den Rothirschtagen der Gemeinden St. Blasien, Schluchsee und Hinterzarten und manch einer geht in dieser Zeit mit den örtlichen Führern frühmorgens oder abends auf Fotopirsch während der Hirschbrunft.

http://youtu.be/qR5F8WYgpm8

Es ist ein wunderschöner neuer Lebensraum entstanden. Mir wird es dennoch immer etwas wehmütig ums Herz, wenn ich daran denke, wie die Schwarzwaldmoore wohl einmal ausgesehen haben mögen. 11 SChluchsee Einlauf; ÜM (800x600)

Es wurde ein Einbaum gefunden, durch dessen Untersuchung man mittlerweile nachwiesen wurde, dass der Schluchsee bereits um das Jahr 650 nach Christus befahren wurde. Damals dürfte die Welt wiederum ganz anders ausgesehen haben. Laubbäume beherrschten das Bild. Wir gehen mit dem Wandel, der sich in der Natur aber nicht oft so rasch vollzieht wie hier am Schluchsee.

Alles Liebe

Alexandra Rudmann – leben, wie ich es mag!

 

 

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