Winter im Hochschwarzwald – Vogelbeeren als Wetterfrösche!

Im Schwarzwald hat der Winter bereits Einzug gehalten. Vogelbeer mit Schnee

Letzten Donnerstag hat es geschneit und die Wälder in den Hochlagen waren wie angezuckert. Auf den Berggipfeln sind die Wiesen heute noch weiß.

Es gibt viele alte Bauernregeln, die sich immer wieder bestätigen, wenn wir die Natur geduldig beobachten. Ich bin gespannt, wie der Winter dieses Jahr wird und ob die Eberesche dieses Jahr doch zwei Lasten tragen muss.

Wenn der alte Spruch, dass die Eberesche keine zwei Lasten tragen kann, stimmt, dann wird es keinen starken Winter geben.

Die Eberesche ist ein Baum, dem schon in der Mythologie bescheinigt wird, dass er Unglück abwehrt. Seine Früchte werden roh als leicht giftig beschrieben. Die Dosis macht hier das Gift bzw. die individuelle Unterverträglichkeit (ähnlich wie z.B. bei Pilzen etc.). Daher muss die Verwendung jeder für sich testen, damit es nicht zu Magenbeschwerden kommt. Durch das enthaltene natürliche Sorbit kann sie leicht abführend wirken. Daher wird sie auch bei entsprechenden Verdauungsproblemen eingesetzt.

Üblicherweise wird sie für Marmelade, Gelee, Kompott, Relish (z.B. mit Kürbis, Apfel und Gewürzen) etc. verwendet. Die Bitter- und Gerbstoffe werden durch das Erhitzen gemildert (d.h. aber auch teilweise zerstört). Oft mischt man andere Früchte dazu, wenn einem die Früchte doch noch zu bitter sind. Aber gerade die Bitter- und Gerbstoffe wirken positiv auf unser Verdauungssystem wie z.B. auf die Gallenfunktion.

Einen Tee kann man sich aus den getrockneten Früchten oder zerdrückten frischen Früchten brühen. Da ich keine Magenprobleme bekomme, verwende ich die Vogelbeeren sehr gerne als Beimischung zu Smoothies oder Säften. Der frisch gepresste Saft mit Honig gewürzt mildert starken Husten (als Medizin dosiert!). Durch den hohen Vitamin-C-Gehalt wird auch das Immunsystem gestärkt.

Es ist umstritten, ob die rohe Eberesche überhaupt giftig ist. Es gibt eine natürliche Hemmschwelle (Ess-Sperre), die aufgrund der Bitterstoffe einsetzt, wenn man zu viel der Früchte verzehrt. Daher empfehle ich sie möglichst ungemischt zu nutzen. Damit andere Früchte und Gewürze sowie Süßungsmittel diesen natürlichen Mechanismus nicht aushebeln. Eine Ausnahme ist z.B. der Hustensaft, der dann wie Medizin eingeommen wir gemäß dem Motte “die Dosis macht das Gift”.

Vielleicht findet ihr ja noch ein paar Beeren und probiert es einfach mal aus. Gebt mir gerne Rückmeldung.

Alexandra Rudmann – leben, wie ich es mag!

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sehr schöner Text und sehr informativ! Das mit der Giftigkeit finde ich auch sehr interessant. Zumal der Körper sich an dieses leichte Gift gewöhnen kann, ohne dass es ihm schadet. Im Gegenteil: Es stärkt ihn.
    Ich nehme mal den Newsletter. Bin gespannt auf mehr Wissen über den Wald! ;)

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